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15. September 2018

Karma-Yoga

Der Begriff des Karma Yoga wird leider selbst von Yogaschulen und Ashrams missbraucht. Er wird in diesem Fall mit selbstlosem Dienen übersetzt und dient dann vor allem dazu, zur kostenlosen Mitarbeit in der Einrichtung anzuregen. Das hat mit Karma Yoga wenig zu tun!
Karma Yoga bedeutet zwar selbstloses Dienen, hat jedoch mehr mit der inneren Einstellung zu einer Handlung als mit kostenlosem Arbeiten zu tun. Karma bedeutet Ursache und Wirkung. Jede Ursache hat eine Wirkung und jede Wirkung hat eine Ursache – ein endloser Kreislauf.
Frühere Taten, Worte und Gedanken wurden zu unser heutigen Welt. Wir säen ständig die Samen für unsere Zukunft heißt es im Buddhismus. Damit ist jedoch weniger die Handlung an sich, sondern viel mehr die innere Einstellung gemeint. Wir wollen ständig Glück vermehren und Leid verhindern – eine der Hauptursache für unsere Getriebenheit, unser Leiden. Anhaftung und Abneigung in Abwechslung. Viele unsere Handlungen zielen darauf ab. Somit werden ständig neue Ursachen gesetzt, die durch diese Intention nach dem Gesetz des Karma auch ihre Wirkung entfalten werden. Dieser Kreislauf kann nur durchbrochen werden, indem wir aufhören nach den Früchten unserer Handlung Ausschau zu halten. Diese Früchte können das Glück, als auch Leid sein.
Kinder spielen um des Spielens willen – der Sieg ist nicht das entscheidende, viel wichtiger ist das Tun im Moment. Werdet wie die Kinder lässt selbst Jesus verlauten.
Wir können über viele Umstände nicht bestimmen: Werden wir heute vom Bus überfahren? Ist unser Chef heute zornig? Wir können jedoch den Umgang damit vereinfachen, indem wir im Hier und Jetzt annehmen wie wir sind und was geschieht.
Nicht nach den Früchten zu gieren mag etwas Übung erfordern, befreit aber gewaltig. Viele Yogis sagen deshalb auch, es beginnt mit Karma Yoga und es endet in Karma Yoga – im Dienen. Wem? Dem gesamten Universum! Wie?
Selbstlos! Seht die Vögel säen nicht, und er ernährt sie doch. Was wir zum Leben benötigen wird uns zur Verfügung gestellt werden.
Durch unsere Gier im Handeln – ich mach das, damit das passiert (Glück, Freude, Leid vermeiden…) – generieren wir immer wieder neues Karma, neue Ursachen, die ihre Wirkung erst entfalten müssen.

Karma Yoga benötigt keine soziale Einrichtung, Kirche oder sonst etwas. Jede Handlung kann im Bewusstsein des Karma Yoga ausgeführt werden, indem bewusst auf die Früchte verzichtet wird.
Viele kennen das Sprichwort, Der Weg ist das Ziel.

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